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Anforderungen

Was wir von unseren einsatzfähigen Mantrailern erwarten:

Mantrailer-Team:
Unsere Mantrailer-Teams bestehen aus 3 Elementen, Dem Hund mit dem zugehörigen Hundeführer und einem 2. erfahrenen Hundeführer zur Unterstützung. Dieses Team ist aufeinander eingespielt und geprägt von gegenseitigen Vertrauen. Der unterstützende Hundeführer beurteilt die Arbeit mit, stellt die Kommunikation sicher und informiert laufend die Polizei und Einsatzleitung bezüglich Stand der Suche und der eigenen Position (GPS gestützt), macht auf notwendige Pausen aufmerksam usw.
Die Mantrailer sind besonderen psychologischen Belastungen ausgesetzt. Die Augen aller richten sich auf sie. Sie arbeiten in engem Kontakt mit der Polizei und den Angehörigen der vermissten Menschen und lernen deren intimen Bereich kennen und haben mit diesen Erkenntnissen verantwortungsvoll umzugehen. Sie betreten oft den Wohnraum der zu suchenden Person und suchen sich dort selbst den Geruchsgegenstand aus. Wird die vermisste Person nicht direkt gefunden und ist deren Spur nicht mehr weiter verfolgbar, weil sie sich mit anderen  Verkehrsmitteln wie Bahn Bus oder Auto weiter entfernt haben, müssen die Mantrailer eine klare Aussage gegenüber Polizei und EL treffen.  

Ansatz:
Stimmen Geruchsgegenstand und gelegter Trail überein, darf der Mantrailer NIE in die falsche Richtung laufen. Passt der Geruchsgegenstand nicht zum Trail, muss der Mantrailer IMMER eine klare Leeranzeige (Negativanzeige) unter Beweis stellen. 

Geruchsgegenstände:
Neben den üblichen Geruchsgegenständen, muss eine durch die vermisste Person berührte Autotüre o.ä. als Referenzgegenstand ausreichen.

Trailverlauf:
Ein Trail über min. 5km, durch innerstädtischen Bereich, an und über Schnellstrassen, Eisenbahnlinien, Bahnhöfe, Vorortsquartiere und über jegliche Art von ländlichen Strecken, muss bei nicht zu starken Windverhältnissen sicher bewältigt werden. Die benötigte Zeit soll zwischen 1 und 2 Stunden liegen. 

Trails mit Unterbrüchen:
Führt ein Trail an einen Bahnhof oder eine Bushaltestelle, muss der Mantrailer dies so anzeigen, dass klar erkennbar ist, in welche Richtung die vermisste Person weitergefahren ist, bezw. das Bahngeleise auch auf Grossbahnhöfen sicher angezeigt werden.
Anschliessend müssen min. 3 mögliche Ausstiegstellen der vermissten Person, Bus oder Bahn, sicher überprüft werden können. 

Anzeige:
Die Anzeige muss klar und unmissverständlich sein, soll jedoch die gefundene Person nicht ängstigen oder gar verletzen. Ein Line-up, mit min 5 Personen muss der Mantrailer sicher beherrschen.

Prüfung:
Da keine bewährte PO vorliegt, muss das Mantrailer-Team durch eine aufbietende Stelle, dies ist bei Vermisstensuchen die Polizei, geprüft werden. 
Dabei wird der Trail durch die Polizei gelegt. Das Alter des Trails kann zwischen 1h und 24h liegen. Der Trailverlauf wird durch die Polizei festgelegt. Als Geruchsgegenstand können realitätsnah verfügbare Gegenstände wie Kissenbezüge oder Kleidungsstücke verwendet werden.
Am Ziel muss der Mantrailer die gesuchte Person, unter min. 4 Personen eindeutig und klar anzeigen.
Um das gegenseitige Vertrauen mit der Polizei sicher zu stellen und zu erhalten, kann diese Prüfung mehrmals bei unterschiedlichen Dienststellen/Revieren durchgeführt werden.

Was wir von unseren einsatzfähigen Mantrailern NICHT erwarten:

Spurtreue:
Da unsere eigene Riechfähigkeit nicht ausreicht Geruchsspurlagen zu beurteilen und unsere chemischen und physikalischen Kenntnisse bei weitem nicht den Stand erreicht haben, den wir gerne möchten, überlassen wir das Finden der Geruchsspur unseren Hunden. 
Deshalb darf besser muss der Hund dort laufen, wo die Spur WIRKLICH ist. (Wir Menschen wissen es nicht!). Da ein erfolgreicher Jäger, immer die frischeste Spur verfolgt, wird er abkürzen wo er kann und keine Leerschlaufen laufen, wir hindern ihn nicht daran.

Alleingänge:
Ein Mantrailer-Team wird immer unterstützt durch die EL und eine angemessene Anzahl geprüfter Flächensuchhunde.
 

Text: Hans Bracher, April 2004